Wer bestimmt, wie es Ihnen geht?

Bald ist es auch bei uns in B.-W. so weit: Die Sommerferien sind in erreichbare Nähe gerückt.
Die Kinder sind reif für einen Wechsel.
Nicht, dass ich denke, dass sie nicht genug Ferien hätten- im Gegenteil: Sie haben , meiner Meinung nach, zu oft Ferien. Ja, zu oft. Die Menge der Tage ist o.k. aber die Anzahl der Unterbrechngen scheint mir doch zu groß.  Nach jeder Unterbrechung müssen sie sich wieder neu einleben. Das finde ich anstrengend- wie eben jede Unterbrechung der Routine. So gut uns das tun mag, so sehr hilft uns die Regelmäßigkeit dabei, mehr zu erreichen.

Unsere Haustür hat in der Mitte ein Glaselement. Das hat manchmal einen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Wenn die Kinder von der Schule nach Hause kommen, sehe ich schon von Weitem, wie die Laune ist. Die ist bei Weitem nicht immer so, wie sie war, als sie das Haus verlassen haben. Und sie ist in der Regel nicht davon abhängig, welche schulischen Anforderungen besser oder weniger gut gemeistert wurden. Es muss nicht sein, dass die gute Note auch eine gute Laune mit sich bringt oder umgekehrt.
Vielmehr sind es die zwischenmenschlichen Ereignisse, die das Wohlbefinden und die Ausgeglichenheit meiner Kinder beinflusst.

Z.B. kann eines der Kinder zu meiner pupertiernden Tochter sagen: Ih, hast Du aber uncoole Schuhe an…….Dann kann das den ganzen Familienfrieden empfindlich stören. Wie in einem dieser Spiele, in dem Dominosteine schön aufgestellt werden und mit dem Anstupsen eines Fingers umgeworfen werden, wird auch die Laune kippen, bei allen die zu nahe aufeinander stehen.  Das bedeutet, dass eine unüberlegte oder bewußt stichelige Aussage einer Schulkameradin meiner Tochter bestimmen kann, ob ich mich fähig fühle, einen ordentlichen Bericht zu schreiben oder nicht.

 Wer bestimmt, wie es Ihnen heute geht oder wie Sie sich fühlen?


Lassen Sie Ihre Kinder oder sogar deren pupertiernde Schulkammeraden bestimmen? Oder die Frau Ihres Chefs, die nicht das richtige Kleid für die Geburtstagsfeier gefunden hat? Oder den Regen, der Ihnen einen schönen Ausflug vermasselt hat?
Sie dürfen die Reihe gerne mit ganz persönlichen Stimmungsmachern fortsetzen……falls es eine solche Liste bi Ihnen geben sollte.

Wenn die Kinder vor der Haustür stehen gibt mir das einen Augenblick, in dem ich mich entscheiden kann: Wie reagiere ich auf die Laune, die da gerade ins Haus gerannt oder geschlichen kommt? Dieser Augenblick hilft mir, Abstand zu gewinnen und das Fallen der Dominos zu unterbrechen.   Ja, ich bestimme, wie es mir geht.

Solten Sie nun denken: Das ist nicht immer so einfach, dann haben Sie recht. Aber wie so vieles im Leben gilt auch hier: Übung macht den Meister.

Und so sind die Sommerferien auch ein Einschnitt, mit dem die Kinder(oder auch die Eltern?) wieder Abstand gewinnen, etwas Neues erleben können und den Fall der Dominos in ihrem Leben für eine kurze Zeit stoppen können.

Wem oder was geben Sie die Erlaubniss, zu bestimmen, wie es Ihnen geht?
Gönnen Sie sich und Ihren Mitmenschen ein bisschen mehr Abstand. Stoppen Sie den Fall der Dominos- das Lauffeuer der schlechten Laune.  Sie haben es in der Hand.

Schöne Ferien für alle, die sie noch vor sich haben(sorry für alle, die sie schon fast hinter sich haben)

wünscht     Heidi Dreher

www.ihretexterin.de

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